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Osterheimkehr eines deutschen Soldaten AlsBursche losgezogen-geschlagen, gedehmütigt heimgekehrt!
Heimkehrer 1948: Eine wahre Ostergeschichte gefunden in der EPOCH-Times
1948 flieht Adam Goeller aus französischer Kriegsgefangenschaft, um nach fast sechs Jahren den Weg nach Hause zurückzufinden. Auf seiner gefährlichen Reise durch das zerstörte Europa erlebt er Hunger, Demütigungen und die Trümmer deutscher Städte. Ostern erreicht er schließlich sein unversehrtes Heimatdorf und wird von Familie und Nachbarn freudig empfangen - ein unvergesslicher Moment der Wiedervereinigung und Hoffnung.
Adam Goeller 1943 in Tunesien.
B-Owner ET
Es war das Jahr 1948, fast drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Ein ehemaliger Wehrmachtssoldat floh aus französischer Kriegsgefangenschaft. Die Flucht war ebenso gefährlich wie der Krieg selbst. Dennoch hatte sich der 24-jährige Adam entschlossen, alles zu wagen. Die Sehnsucht nach seinen Eltern und Geschwistern überwog das Risiko.
„Drei Kilometer noch über einen Bergrücken. Drei Kilometer von zigtausend Kilometern auf den drei Kontinenten Europa, Afrika und Amerika, die ich seit Weihnachten 1942, als ich das Elternhaus verließ, zurücklegen musste, um hier wieder anzukommen. Ich benutzte einen mir von Kindheit an vertrauten Fußpfad, der nach einer Weile an den Äckern meiner Eltern und Nachbarn vorbeiführte.“
Gefangenschaft und Briefe
So beginnt das Schlusskapitel der Kriegserinnerungen meines Vaters Adam. Als junger Soldat des Deutschen Afrikakorps endete für ihn der Krieg glücklicherweise bereits im Mai 1943 in Tunesien. Zunächst geriet er in englische Kriegsgefangenschaft, wurde wenig später nach Algerien und von dort weiter nach New York gebracht. Der größte Teil der Gefangenen wurde anschließend mit der Bahn nach Fort Sill in Oklahoma transportiert. Die Deutschen waren nicht die ersten Gefangenen dieses Lagers. Bereits 1894 war der letzte freie Apachenhäuptling Geronimo dort interniert.
Vom 22. Mai 1944 ist ein Brief zum Muttertag erhalten. Darin schreibt Adam: „Liebe Mutti, ich glaube, bis jetzt war für Dich der traurigste Tag heute vor einem Jahr, als Dich Sorgen gequält haben, denn Du wußtest ja nichts über mein Verbleiben.“ Danach entwickelte sich ein reger Briefverkehr zwischen dem Elternhaus und dem Sohn in Fort Sill. Die Post wurde damals über das Internationale Rote Kreuz in Genf übermittelt.
Im Mai 1946 herrschte große Freude unter den deutschen Gefangenen. Sie sollten nach Hause zurückkehren. In New York wurden sie auf das britische Luxusschiff „Queen Elizabeth“ gebracht, mit dem Ziel Le Havre in Frankreich. Dort angekommen mussten sie jedoch feststellen, dass das einstige Afrikakorps als billige Arbeitskräfte an französische Behörden überstellt wurde. Statt Freiheit blieb weitere Gefangenschaft. Sie mussten in den Kohlegruben von Pas-de-Calais arbeiten.
Dort überstand Adam Schläge, Demütigungen und Hunger infolge unzureichender Lebensmittelversorgung. Manche seiner Kameraden verstümmelten sich, um aus der Gefangenschaft entlassen zu werden. Andere begingen Selbstmord. Einige verhungerten oder kamen bei Unfällen im Bergwerk ums Leben. Deshalb floh Adam am 14. März 1948 nachts um 23 Uhr aus dem Lager „Le Forest“. Seine Route hatte er genau geplant.
Am 17. März schlich er ins Saarland und sah in Saarbrücken „mit Entsetzen, wie die ganze Innenstadt zerbombt war“. Weiter schrieb er: „Was ich bisher nur aus amerikanischen und französischen Zeitungen erfahren hatte, breitete sich nun vor meinen eigenen Augen aus.“ Dort fragte er sich zur Adresse eines Kameraden durch, von dem er wusste, dass er bereits nach Hause zurückgekehrt war. „Doch das Haus lag in Schutt und Asche. Mein Kamerad und seine Eltern hausten im stehengebliebenen Keller. Wenigstens hatte ich dort eine Bleibe für einen Tag und eine Nacht.“
Mithilfe weiterer Kontakte und Bestechungsgeld gelangte Adam an französischen Grenzposten vorbei in die amerikanische Besatzungszone. Mehrere Packungen französischer Celtiques-Zigaretten verhalfen ihm über den Rhein – an jenem Tag, an dem der Alliierte Kontrollrat in Berlin seine Arbeit einstellte und die Westalliierten die Gründung der Bundesrepublik Deutschland in Erwägung zogen.
Am darauffolgenden Sonntagmorgen, dem 21. März 1948 – es war Ostern –, fuhr Adam mit dem D-Zug von Mainz nach Würzburg. Dort stellte er fassungslos fest: „Es gab überhaupt keinen Bahnhof und keine Stadt mehr. Nur Holzbaracken. Ich war völlig schockiert.“ Offenbar sah es in ganz Deutschland so aus. Jede Stadt, durch die er kam, bestand nur noch aus Trümmerlandschaften und Ruinenstümpfen. Würzburg erschien ihm am schlimmsten: „Mir graute, und ich sah keinen Grund zum Verweilen.“
Ostern im Heimatdorf
Mit einem Anschlusszug gelangte Adam wenige Stunden später in die Nähe seines Heimatdorfes und schritt anschließend durch die Felder in Richtung Elternhaus. „Als ich dann oben auf der Höhe angelangt war, sah ich mein Kottendorf mit seinem kleinen Gasthof und dem Kirchlein, idyllisch eingebettet im Lautergrund. Nach so viel Zerstörung sah ich mit riesiger Freude, dass mein Dorf unversehrt geblieben war.“
Als er am Hofbrunnen unter der großen, weit ausladenden Linde ankam, erspähte ihn zuerst ein Nachbar auf dem Dorfplatz und rief im unterfränkischen Dialekt laut: „Odom is doo!“ (Adam ist da.)
Adam winkte und betrat sein Elternhaus, dessen Eingangstür stets offen stand. Seine Schwester Maria, die gehört hatte, dass sich die Haustür geöffnet hatte, blickte durch die Küchentür am Ende des Hausflurs, sah ihn und sagte rückwärtsgewandt zu ihrer Mutter: „Schon wieder ein Hausierer.“
Da rief er: „Was? Du kennst deinen Bruder Adam nicht mehr?“ Durch die Kriegsgefangenschaft in Frankreich war er stark abgemagert und hohlwangig geworden.
Ein bleibendes Vorbild
Nun war die Freude groß. Sein Vater ließ sofort einen großen Krug Apfelmost holen. Adams Flucht hatte genau eine Woche gedauert. Sie endete an Ostern, dem Tag der Auferstehung des Herrn und der Verheißung des ewigen Lebens an seiner Seite. Dieser Tag blieb für ihn ein unbeschreibliches Gefühl, einfach unbeschreiblich.
Adam starb im Februar 2022 im Alter von 98 Jahren. Sein Leben war gesegnet. Er bleibt mir und meinen Kindern ein bleibendes Vorbild im Glauben und im Handeln. Es tut mir als Sohn gut, diese Worte über meinen Vater sagen zu können.
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